{"id":1929,"date":"2023-06-06T10:05:18","date_gmt":"2023-06-06T08:05:18","guid":{"rendered":"http:\/\/work.economic-literacy.eu\/global-inequality-and-the-survival-of-the-richest\/"},"modified":"2024-03-14T08:28:17","modified_gmt":"2024-03-14T07:28:17","slug":"global-inequality-and-the-survival-of-the-richest","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/work.economic-literacy.eu\/de\/global-inequality-and-the-survival-of-the-richest\/","title":{"rendered":"Globale Ungleichheit und das \u00dcberleben der\u2026 Reichsten?"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Wenn wir ein kleines Dorf so organisieren w\u00fcrden wie unser globales Wirtschaftssystem, w\u00fcrden wir dies wahrscheinlich als autorit\u00e4res oder feudales Regime bezeichnen. Ein k\u00fcrzlich ver\u00f6ffentlichter Bericht von Oxfam zeigt das erschreckende Bild der globalen Ungleichheit und wie das \u00dcberleben aller einen radikal anderen Kurs erfordert.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Sie haben vielleicht bereits von der ber\u00fchmten Zahl geh\u00f6rt, dass 8 M\u00e4nner so viel Reichtum besitzen wie 50% der Menschen auf dem Planeten Erde? Falls nicht, willkommen in der Realit\u00e4t der Ungleichheit im globalen Ma\u00dfstab [1]. Die Organisation Oxfam dokumentiert seit einigen Jahren den Anstieg der globalen Ungleichheit. Ihr aktueller Bericht mit dem Titel &#8222;Survival of the Richest&#8220; zeigt das Ausma\u00df, in dem unser globales Wirtschaftssystem gro\u00dfe Teile des Wirtschaftswachstums an diejenigen verteilt, die bereits am meisten besitzen [2]. Schauen Sie sich die zentrale Abbildung des Berichts unten an. Sie zeigt, dass von jedem zus\u00e4tzlichen Dollar (oder \u20ac oder Rupien, wie Sie m\u00f6chten), den die Welt in den letzten zwei Jahren produziert hat, 63 Dollar an die reichsten 1% des Planeten gingen. W\u00e4hrend diese Zahl von 63% tats\u00e4chlich ein neuer trauriger Rekord ist, ist sie kein Ausrei\u00dfer, sondern entspricht dem allgemeinen Trend des letzten Jahrzehnts, in dem mehr als 50% des neu geschaffenen materiellen Wohlstands an die obersten 1% gingen. Als zu Beginn der Pandemie einige auf eine Welle der Solidarit\u00e4t und eine \u00c4nderung hin zur Umverteilung und Priorisierung des Gemeinwohls vor Profit hofften, zeigen diese Fakten die ern\u00fcchternde Realit\u00e4t. Die Pandemie und die Energiekrise infolge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine haben die globalen Ungleichheiten nur weiter verst\u00e4rkt. Insbesondere Lebensmittel- und Energieunternehmen konnten ihre Gewinne mehr als verdoppeln [ebd.], w\u00e4hrend gleichzeitig die Mehrheit der Menschen mit einer erheblichen Krise der Lebenshaltungskosten konfrontiert ist. Die Weltbank zweifelt bereits daran, ob die extreme Armut bis 2030, wie in den Zielen f\u00fcr nachhaltige Entwicklung (SDGs) vorgesehen, beendet werden kann [3].<br><br><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lh7-us.googleusercontent.com\/-CAE63v59EsQ-4pgqC73nvRDoiUfBlO7onnK4vSF280p7ZEA0x4lxJOxWXTuKfghuiJXyVoffgNWzIAVnm_ghZiRix_vrH6H1zNrSmQXWTkRuDUILefV_GGA32QgrMefGBfW0Hh75VUh\" width=\"480\" height=\"339\"><\/p>\n\n\n\n<p>Quelle: Oxfam; Berechnung basierend auf dem Credit Suisse Global Wealth Report.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn wir ein kleines Dorf so organisieren w\u00fcrden wie unser globales Wirtschaftssystem, w\u00fcrden wir dies wohl eher als ein autorit\u00e4res oder feudales Regime bezeichnen, in dem lediglich die Reichsten die vielfachen Krisen \u00fcberleben. Doch der globale Ma\u00dfstab macht diese Tatsache f\u00fcr diejenigen, die im Zentrum der Macht im Globalen Norden leben und davon profitieren, weniger bis gar nicht greifbar. Da wir uns in einer eskalierenden Klimakrise befinden, m\u00fcssen wir uns auch den \u00f6kologischen Wahnsinn dieser Verteilungsdynamik vor Augen f\u00fchren: Alle Ressourcen und Energie die in die 63% des neuen Reichtums gehen, stehen nicht zur Verf\u00fcgung, um grundlegende Bed\u00fcrfnisse der globalen Mehrheit zu decken, in einer Zeit, in der wir sowieso den Materialeinsatz und den Energieverbrauch eigentlich drastisch begrenzen m\u00fcssten. Deshalb ist der Titel &#8222;Survival of the Richest&#8220; provokativ, aber zutreffend. F\u00fcr das \u00dcberleben aller, so Oxfam, m\u00fcssen wir Reichtum besteuern und die Ressourcen in eine universelle Grundversorgung f\u00fcr alle investieren.<\/p>\n\n\n\n<p>[1] <a href=\"https:\/\/www.oxfamamerica.org\/explore\/research-publications\/an-economy-for-the-99-percent\/\">https:\/\/www.oxfamamerica.org\/explore\/research-publications\/an-economy-for-the-99-percent\/<\/a>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>[2] <a href=\"https:\/\/oxfamilibrary.openrepository.com\/bitstream\/handle\/10546\/621477\/bp-survival-of-the-richest-160123-en.pdf\">https:\/\/oxfamilibrary.openrepository.com\/bitstream\/handle\/10546\/621477\/bp-survival-of-the-richest-160123-en.pdf<\/a>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>[3] <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/world\/africa\/world-bank-says-goal-ending-extreme-poverty-by-2030-wont-be-met-2022-10-05\/\">https:\/\/www.reuters.com\/world\/africa\/world-bank-says-goal-ending-extreme-poverty-by-2030-wont-be-met-2022-10-05\/<\/a> , gesehen hier: <a href=\"https:\/\/www.weforum.org\/agenda\/2023\/01\/global-inequality-is-a-failure-of-imagination\/\">https:\/\/www.weforum.org\/agenda\/2023\/01\/global-inequality-is-a-failure-of-imagination\/<\/a>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bildrechte:<\/strong> Photo by <a href=\"https:\/\/unsplash.com\/@derekthomson?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText\">Derek Thomson<\/a> on <a href=\"https:\/\/unsplash.com\/de\/fotos\/a168At_RF6A?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText\">Unsplash<\/a>.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Autor:<\/strong> Sven-David Pfau, Wirtschaftsuniversit\u00e4t Wien&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lh7-us.googleusercontent.com\/8e-BuiL4Y2B6cS_A0-Ohg0q-BVkBCCuKDIqHaJGWhGMSZun-EuDQFVFl1H6TpZSlooZc-Qyq_iPgeexJROUzbY6UObLuK8ZruxCJC8BgCwBZS173GmVm_TDSdaG21JksxLtj8bgHSh_j\" alt=\"Ein Bild, das Symbol, Grafiken, Schrift, Kreis enth\u00e4lt.\n\nAutomatisch generierte Beschreibung\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Dieser Text wird gem\u00e4\u00df den Bestimmungen der Creative Commons-Lizenz ver\u00f6ffentlicht: CC BY-SA 2.0. Der Name des Autors lautet wie folgt: Sven-David Pfau. Der Text und die Materialien d\u00fcrfen unter folgenden Bedingungen reproduziert, verteilt, \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich gemacht, geteilt und angepasst werden: In jedem Fall muss der Name des Autors, die Lizenz sowie die Website-Adresse der Originalquelle ver\u00f6ffentlicht werden.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Von der Europ\u00e4ischen Union finanziert im Programm Erasmus+. Die ge\u00e4u\u00dferten Ansichten und Meinungen entsprechen jedoch ausschlie\u00dflich denen des Autors bzw. der Autoren und spiegeln nicht zwingend die der Europ\u00e4ischen Union oder der Nationalagentur wider. Weder die Europ\u00e4ische Union noch die\u00a0 Nationalagentur k\u00f6nnen daf\u00fcr verantwortlich gemacht werden<\/em> .<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn wir ein kleines Dorf so organisieren w\u00fcrden wie unser globales Wirtschaftssystem, w\u00fcrden wir dies wahrscheinlich als autorit\u00e4res oder feudales Regime bezeichnen. Ein k\u00fcrzlich ver\u00f6ffentlichter Bericht von Oxfam zeigt das erschreckende Bild der globalen Ungleichheit und wie das \u00dcberleben aller einen radikal anderen Kurs erfordert. 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